Grußwort der Fachschaft
Vom roten Sommer, Ärger und Fachschaftsarbeit
von Matilde Lanfranca und Aleks Reinert
Liebe Kommiliton*innen,
der Sommer ist da! In Bonn heißt das mal wieder zwischen Seminaren im Hofgarten sitzen und sich über das soeben Gelernte – oder eben nicht Gelernte – auszutauschen, über die Uni und ihre Vorzüge sowie ihre Probleme zu sprechen oder einfach still daneben sitzend am Spaßgetränk zu nippen.
Die neue Mensa: zu klein. Und zu voll. Ein Ausweg? Die Kichererbse! Direkt unter den Gleisen des Bonner Hauptbahnhofes gelegen steigt einem der unverkennbare Geruch, ein Mix aus frischer Falafel, Teig und einem Hauch Urin in die Nase, während man leicht gestresst hofft, noch rechtzeitig zum Seminar um 14 Uhr zu kommen.
Der Große Übungsraum. Wer kennt ihn nicht? Im Sommer schöner denn je. Ein warmer Luftzug lädt beim Eintritt zum Verweilen ein. Umhüllt von einem industriellen Geruch, der vermutlich vom Teppichboden ausgeht, vermitteln enge Tischreihen Gemeinschaft und Wärme, aufgedrehte Heizungen sorgen für das perfekte Lernklima, Toiletten? Fehlanzeige, und die Technik macht auch wieder Probleme. Der Ausblick ins Grün des Gartens vermag es, einem das ein oder andere langatmige Referat zu versüßen. Man denkt an bessere Zeiten: Flunkyball im Hofgarten, ein Wiesen-Aperol am Alten Zoll oder warme Nächte in der Altstadt.
Unser Sommer ist Rot! Der Aperol im Plastikbecher, das Logo von Cala-Dor nach einer langen Nacht in der Altstadt, der leichte Sonnenbrand nach einem Tag im Hofgarten.
Wir sehen ein Rot, das für die Hitze des Sommers steht, für den Spaß in unserer Stadt, aber auch für stickige Räume. Ein Rot, so rot wie die Köpfe, die angestrengt über ihren Büchern hängen und ein Rot, dass sich über die Umstände unseres Studiums ärgert.
So wie Kippe und Club Mate zu unseren Studis gehören, so ist es alltäglich, sich über das exzellente Mittelmaß der Universität Bonn zu beschweren. Das Studium könnte besser sein. Vielleicht könnte alles ideal sein. Aber das wäre doch auch irgendwie langweilig.
Denn unser Rot bleibt nicht beim Ärger stehen! Es steht für Energie: Für Diskussionen, die lauter werden, für Meinungen, die sich nicht zurückhalten und für ein Bedürfnis, Dinge nicht einfach so hinzunehmen. Die Fehler unseres Studiums üben uns darin, kritisch zu sein und uns selbst als Studierendenschaft gegenüber der Universität zu behaupten.
Wir freuen uns darauf, Euch kennenzulernen, Eure Ideen für ein besseres Studium zu hören, herauszufinden, wie laut ihr sein könnt und gemeinsam mit Euch und motivierten Persönlichkeiten an unseren Instituten bessere Zeiten einzuleiten und Veränderungen herbeizuführen, die das Studium an der Universität Bonn wirklich exzellent machen.
Wir laden Euch ein! Kommt zu unseren Sitzungen, bringt Euch ein, widersprecht, diskutiert, feiert und erfüllt mit uns zusammen studentische Stereotype.
Matilde & Aleks
Vorsitz der Fachschaft SozPol
Universität Bonn
